FAQ Übersicht

Allgemeine Fragen und Antworten

Wozu dient das Online-Portal?

Die Internet-Dienstleistungsplattform gem. § 2a VermAnlG dient zur Zeichnung der Nachrangdarlehen. Die Plattform ist ein komfortables Hilfsmittel zur Zeichnung und Verwaltung Ihrer Beteiligungen. Es bietet folgende Services:

Registrierung der persönlichen Daten, Online-Zeichnung von Nachrangdarlehen mit qualifiziertem Rangrücktritt (siehe "Was ist ein qualifiziertes Nachrangdarlehen") Zugang zum geschützten persönlichen Bereich für Anleger: Übersicht der abgeschlossenen Verträge, Zeichnungsbeträge und Zinsausschüttungen sowie Bereitstellung von Informationen und Zinsbescheinigungen Einfache Verwaltung für die Emittentin (Projektgesellschaft)

Dabei entspricht das Portal selbstverständlich den geltenden datenschutzrechtlichen Bestimmungen. Zugriff auf Ihre persönlichen Daten erhalten Sie über eine individuelle Kennung und ein selbst vergebenes Passwort. Die Zugangsdaten werden Ihnen direkt bei erstmaliger Eingabe Ihrer Daten auf der Plattform zugewiesen. Änderungen wichtiger Stammdaten (z. B. neue Adressdaten bei einem Wohnsitzwechsel) müssen Sie bitte direkt über Ihren individuellen Zugang auf der Online-Plattform selbst durchführen.

Welches Ziel verfolgt die EnBW mit Bürgerbeteiligungen?

Den Ausbau an erneuerbaren Erzeugungsanlagen, wie z.B. Wind Onshore Anlagen in Deutschland, möchte die EnBW auch gemeinsam mit den Kommunen und deren Bürgern vor Ort durchführen. Durch dieses Online-Portal zur Bürgerbeteiligung ermöglicht die EnBW Bürgern "vor Ort", sich an den lokalen Projekten und somit an der Energiewende zu beteiligen.

Wie kann ich an der Bürgerbeteiligung teilnehmen?

1. Melden Sie sich auf unserer Plattform an

Klicken Sie zunächst unter Anmelden auf „Login/Registrierung". Geben Sie anschließend einen Benutzernamen und Ihre E-Mail-Adresse an und klicken Sie danach auf „Registrieren“. Kurz darauf erhalten Sie eine E-Mail mit Link und Freischaltungscode.

2. Vervollständigen Sie Ihre persönlichen Daten

Der Link in der E-Mail mit dem Freischaltungscode bringt Sie auf Ihre persönliche Seite. Ändern Sie hier über den entsprechenden Button Ihr Kennwort und vervollständigen Sie danach Ihre persönlichen Daten. Zum Sichern der Daten klicken Sie auf „Speichern“.

3. Schließen Sie Ihre Beteiligung ab

Auf der Seite „Beteiligungserklärung“ erfassen Sie Ihren Kundenstatus, beantworten Sie die Fragen zu Ihren Kenntnissen, Erfahrungen und Anlagezielen und Ihren Beteiligungsbetrag. Hier finden Sie ebenfalls ein Vertragsmuster und das Vermögensanlagen-Informationsblatt (VIB). Lesen Sie die Dokumente sorgfältig. Sind alle Ihre Angaben korrekt? Dann bestätigen Sie im entsprechenden Feld den Download der Vertragsunterlagen und klicken auf „Vertrag erstellen“. Ihren unterschriftsreifen Vertrag können Sie unter „Mein Konto“ einsehen und Sie erhalten ihn per E-Mail. Sofern Sie sich beteiligen möchten, drucken Sie den Darlehensvertrag und das VIB bitte aus, unterschreiben den Vertrag und das VIB an den angegebenen Stellen und senden Sie bitte die Unterlagen an die angegebene Anschrift.

Folgeprozess:

Der Darlehensnehmer prüft die eingegangenen Verträge. Nur ordnungsgemäße Verträge werden angenommen und gegengezeichnet. Verträge mit handschriftlichen Veränderungen und/oder Ergänzungen werden nicht akzeptiert. Die gegengezeichneten Vertragsausfertigungen werden eingescannt und in Ihrem Onlinezugang unter „Mein Konto“ zur Verfügung gestellt. Sobald der Darlehensvertrag angenommen und gegengezeichnet wurde, erhalten Sie eine E-Mail mit der Bestätigung Ihres Vertragseingangs und eine Zahlungsaufforderung. Nachdem der Geldeingang festgestellt wurde, wird Ihnen der Zahlungseingang per E-Mail bestätigt.

Wer ist zur Zeichnung der Bürgerbeteiligung berechtigt?

Abhängig vom einzelnen Beteiligungsprojekt ist eine Einschränkung der Zeichnungsberechtigung für Bewohner bestimmter PLZ-Gebiete möglich, um den regionalen Bezug herzustellen.

Generell sind nur natürliche Personen mit Wohnsitz in Deutschland, die voll geschäftsfähig sind, zur Zeichnung berechtigt.

Können sich auch Unternehmen beteiligen?

Das ist abhängig vom einzelnen Beteiligungsprojekt. Genauere Angaben finden Sie auf der jeweiligen Projektseite.

Welche technischen Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Um die Bürgerbeteiligung zeichnen zu können, muss der Nutzer jeweils die neuesten (Browser-) Technologien verwenden oder deren Verwendung auf seinem Computer ermöglichen (z.B. Aktivierung von Java Skript, Cookies, Popups). Bei Benutzung älterer oder nicht allgemein gebräuchlicher Technologien kann es sein, dass der Kunde die Internetseite und die dahinterliegenden Funktionen nicht oder nur eingeschränkt nutzen kann.

Warum ist die Angabe meiner E-Mail-Adresse wichtig?

Die Angabe der E-Mail-Adresse ist notwendig, um das Versenden von Informationen und das Verwalten Ihrer Beteiligung auf kostengünstigem Weg zu ermöglichen. Diese Kosteneinsparung kommt dem Projekt und damit Ihnen zu Gute. Ihre E-Mail-Adresse wird ausschließlich zum Zwecke der Informationsweitergabe und nicht zum Versenden von Werbung genutzt.

Kommunikation online per E-Mail – warum erhalte ich keine E-Mails?

Sie werden bei der Registrierung und bei der Zeichnung durch E-Mail-Nachrichten unterstützt und durch das System geführt. Sollten Sie keine E-Mails von uns erhalten, werden diese möglicherweise durch Ihren Spamfilter aussortiert. Bitte überprüfen Sie daher Ihren Spamordner.

Wie sicher sind meine Daten?

Bürgerbeteiligung mit Sicherheitsschlüssel SSL, MD5, AES, ISO/IEC 27001:2005 – in unserem Online-Portal steckt jede Menge Sicherheit. Diese fünf Schlüssel schützen Ihre Daten:

Schlüssel Nr. 1 – Die erste Sicherheitsmaßnahme auf unserem Portal scheint verblüffend einfach: Wir beschränken uns auf unsere zentrale Aufgabe, und das ist die Verwaltung Ihrer Beteiligung. Weil Instrumente für direkte Transaktionen, Abbuchungen oder Überweisungen gar nicht erst angelegt sind, bieten wir darüber auch keine Angriffsfläche. Das macht das Portal übrigens nicht nur sicherer, es erspart den Nutzern auch die bei Bankgeschäften üblichen PINs und TANs.

Schlüssel Nr. 2 – Das gewohnte 6-stellige Passwort kann zur Achillesferse eines Systems werden. Wir haben die Sicherheitslatte höher gelegt: Ein gutes Passwort ist mindestens 8-stellig, umfasst mindestens 1 Zahl, mindestens 1 Sonderzeichen, mindestens 1 Großbuchstaben. Das mag ungewohnt sein, dient aber dem Schutz Ihrer Daten. Übrigens: Wenn das Passwort 4-mal falsch eingegeben wurde, sperren wir den betreffenden Account für 24 Stunden. Damit lassen wir sog. Brute-Force Attacken ins Leere laufen, die ein Passwort durch Erraten ausspionieren.

Schlüssel Nr. 3 – Fremde dürfen nicht mitlesen! Darum versiegeln wir Daten vor dem Transport beim Sender und beim Empfänger per SSL- Verfahren – genau wie beim Online-Banking. Sie erkennen das am kleinen Vorhängeschloss in der Adressenleiste des Browsers.

Schlüssel Nr. 4 – Alle Daten bleiben auf einem Host-Server in Deutschland. Das Rechenzentrum ist nach ISO/IEC 27001:2005 vom TÜV Süd zertifiziert.

Schlüssel Nr. 5 – Sensible Daten, wie Ihr Passwort und Kontonummer, werden mit einer 256 Bit Verschlüsselung abgelegt. Diese erfolgt mit den derzeit empfohlenen Standards MD5 und AES.

Fragen & Antworten zur Schwarmfinanzierung

Wer kann ein qualifiziertes Nachrangdarlehen gewähren?

Natürlichen Personen sowie juristischen Personen kommen als Darlehensgeber in Betracht. Die jeweiligen Projektgesellschaften als Emittenten können den Personenkreis aber auch begrenzen. Bitte beachten Sie daher projektzpezifischen Informationen des entsprechenden Angebots.

Was muss ich beim Ausfüllen des Darlehensvertrages beachten?

Folgen Sie bitte den Anweisungen auf Ihrem Bildschirm. Mit der Registrierung geben Sie die notwendigen Daten für die Vertragserstellung an.

Ab wann und in welcher Höhe kann ich dem Darlehensnehmer ein qualifiziertes Nachrangdarlehen gewähren?

Die Details des Darlehensvertrags entnehmen Sie bitte der Seite des jeweiligen Beteiligungsprojekts. Hier finden Sie ausführliche Informationen.

Habe ich einen Anspruch darauf, dass die Darlehensnehmerin mit mir einen Vertrag abschließt, wenn ich mich registriere?

Nein. Die Darlehensnehmerin ist zwar bestrebt, mit möglichst vielen Personen einen Vertrag abzuschließen. Erfahrungsgemäß sind jedoch derartige Bürgerbeteiligungsmodelle binnen kurzer Zeit vergriffen. Nicht jeder, der sich beteiligen möchte, kann garantiert auch einen Beteiligungsbetrag zugewiesen bekommen. Je früher Sie sich aber registrieren und den Darlehensvertrag vollständig und unterzeichnet zurücksenden, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie einen Vertrag mit der Darlehensnehmerin abschließen und von der attraktiven Verzinsung profitieren können.

Bei unseren Beteiligungsprojekten sind vorrangig Bürger aus bestimmten Regionen zur Zeichnung berechtigt (z.B. abhängig vom Wohnort). Genauere Angaben finden Sie auf der jeweiligen Projektseite.

Wie zahle ich den Darlehensbetrag ein?

Der Darlehensbetrag ist in einer Summe zu überweisen. Ratenzahlungen sind nicht möglich. Das Zielkonto wird Ihnen von der Darlehensnehmerin mitgeteilt.

Was passiert, wenn nicht vollständig oder ich nicht rechtzeitig einzahle?

Im Darlehensvertrag wird eine Einzahlungsfrist bestimmt. Erfolgt die Einzahlung des Darlehensbetrages nicht vollständig oder nicht fristgerecht, so behält sich der Darlehensnehmer vor, von dem geschlossenen Darlehensvertrag zurückzutreten. Stellen Sie also sicher, dass der Darlehensbetrag vollständig und fristgerecht auf dem Konto des Darlehensnehmers eingeht.

Was passiert, wenn ich zu wenig oder zu viel einzahle?

Sofern nicht vor Ende der Einzahlungsfrist der vereinbarte Betrag eingezahlt wird, erlischt die Reservierung und der Darlehensnehmer behält sich vor, vom Darlehensvertrag zurückzutreten. Sollte ein Betrag größer als der im Darlehensvertrag angegebene Betrag überwiesen worden sein, so überweist der Darlehensnehmer den überschüssigen Betrag an das Auftraggeberkonto der Überweisung zurück.

Wie erfolgt die Rückzahlung meines Darlehens?

Die Rückzahlung des Darlehens erfolgt nach Ablauf der Vertragslaufzeit gemäß dem Darlehensvertrag auf das von Ihnen angegebene Bankkonto. Welches Konto Sie angegeben haben ist in Ihrem Online-Zugang unter persönlichen Daten jederzeit für Sie einsehbar. Eine Änderung der Bankverbindung wird bis zehn Tage vor Fälligkeit des Darlehens berücksichtigt.

Bestehen Risiken bei einem qualifizierten Nachrangdarlehen?

Die Darlehensgeberin geht bei einem qualifizierten Nachrangdarlehen ein finanzielles Risiko ein, das über das Risiko einer nicht nachrangigen Darlehensgewährung hinausgeht. Denn die Geltendmachung des Anspruchs des Darlehensgebers auf Rückzahlung des Darlehensbetrags und Auszahlung der Zinsen ist unter Umständen ausgeschlossen. Es kann ein Totalverlust des Darlehensbetrages eintreten.

Eine über den Darlehensbetrag hinausgehende Haftung (Nachschusspflicht) besteht nicht.

Im Übrigen wird auf die Erläuterungen zu den Risiken im jeweiligen Vermögensinformationsblatt (VIB) der Vermögensanlage verwiesen.

Welche Pflichten bestehen für den Darlehensgeber?

Als Darlehensgeber sind Sie verpflichtet, nach Vertragsabschluss den Darlehensbetrag fristgerecht einzuzahlen. Während der Laufzeit des Vertrags haben Sie Änderungen Ihrer persönlichen Daten, zum Beispiel Änderungen der Anschrift oder der Kontoverbindung unverzüglich in das Online-Darlehensverwaltungsportal einzugeben.

Namensänderungen müssen schriftlich inkl. eines Nachweises mitgeteilt werden und werden dann vom Plattformbetreiber im Online-Zugang geändert.

Habe ich als Darlehensgeberin Mitbestimmungsrechte?

Nein. Die qualifizierten Nachrangdarlehen gewähren keine Mitgliedschaftsrechte. Insbesondere gewähren sie keine Teilnahme-, Mitwirkungs- und Stimmrechte in der Gesellschafterversammlung der Darlehensnehmerin.

Was ist ein qualifiziertes Nachrangdarlehen?

Bei einem qualifizierten Nachrangdarlehen haben die Darlehensgeber und Darlehensnehmer grundsätzlich dieselben rechtlichen Pflichten wie bei einem normalen Darlehen.

 

Der Darlehensgeber schuldet die fristgerechte Zahlung des vertraglich festgelegten Darlehensbetrags und der Darlehensnehmer schuldet die Zahlung der festgelegten Zinsen und die Rückzahlung des Darlehens bei Fälligkeit.

 

Bei einem qualifizierten Nachrangdarlehen ist jedoch der Anspruch des Darlehensgebers auf Rückzahlung des Darlehens und auf Zahlung der Zinsen qualifiziert nachrangig. Das heißt, dass er seinen Anspruch auf Rückzahlung des Darlehensbetrags und auf Zahlung der Zinsen gegenüber dem Darlehensnehmer nicht geltend machen kann, wenn dadurch ein Grund für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens des Darlehensnehmers herbeigeführt oder drohen würde, und dass die Ansprüche des Darlehensgebers stets hinter die Forderungen aller nicht nachrangigen Gläubiger zurücktreten.

Werden Sicherheiten gegeben?

Nein. Die Darlehensnehmerin stellt keine Sicherheiten für das qualifizierte Nachrangdarlehen zur Verfügung.

Was gibt es von steuerlicher Seite zu beachten?

Die Zinsen aus den angebotenen Nachrangdarlehen der Einzelprojekte stellen Einkünfte aus Kapitalvermögen dar, sofern der Darlehensgeber als natürliche Person in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig und die Darlehensforderung Teil seines Privatvermögens ist. Der Darlehensnehmer kann und darf keine steuerlichen Auskünfte erteilen. Da die Besteuerung immer von den Verhältnissen des Darlehensgebers abhängt, wird die Beratung durch einen Steuerberater empfohlen. Bei einer fixen Verzinsung ist der Darlehensnehmer bei Auszahlung der Zinsen nicht verpflichtet, Quellensteuern (wie z.B. Kapitalertragssteuer, Kirchensteuer etc.) einzubehalten. An den Darlehensgeber kommt daher der gesamte Zinsbetrag zur Auszahlung.

Der Darlehensgeber ist verpflichtet, die Zinsen als Einkünfte aus Kapitalvermögen in seiner Einkommensteuererklärung anzugeben und die darauf entfallende Einkommensteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer (falls der Darlehensgeber einer kirchensteuererhebenden Religionsgemeinschaft angehört) zu entrichten. Der Darlehensgeber erhält für seine Zinseinkünfte eine Bescheinigung vom Darlehensnehmer in seinen persönlichen Bereich auf der Beteiligungsplattform zum Download eingestellt.

Kann ich meinen Darlehensvertrag widerrufen?

Ihnen stehen gesetzliche Widerrufsrechte zu. Sie können Ihre Vertragserklärung innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen in Textform (Brief, E-Mail) widerrufen. Einzelheiten zu den Widerrufsrechten finden Sie insbesondere in den Fernabsatz-Verbraucherinformationen.

Kann ich den Darlehensvertrag kündigen oder auf dritte Personen übertragen?

Der Vertrag kann vor Ablauf der Laufzeit nicht ordentlich gekündigt werden und nicht auf Dritte übertragen werden. Genauere Angaben zu Laufzeit und Kündigungsfristen entnehmen Sie bitte der jeweiligen Informationsunterlage des einzelnen Beteiligungsprojekts.

Wie erfolgen die Zinszahlungen?

Die Zinsen werden auf das Bankkonto ausgezahlt, das Sie unter "Mein Konto" - "Persönliche Daten" auf der Beteiligungsplattform angegeben haben.

Kann ich einen Freistellungsauftrag oder eine Nichtveranlagungsbescheinigung einreichen?

Nein, es werden seintens der Darlehensnehmer keine Freistellungsaufträge und keine Nichtveranlagungsbescheinigungen entgegen genommen.

Was passiert im Todesfall?

Verstirbt ein Darlehensgeber während der Laufzeit des Vertrages, gehen die Ansprüche aus dem Vertrag auf die Erben über. Der Erbgang ist vom Erben durch einen Erbschein im Original nachzuweisen.

Warum sieht die Online-Plattform nur EIN unterschriebenes Original vor?

Ein Vertrag kommt nach § 145 ff. BGB durch Angebot und Annahme zustande. Der von Ihnen unterschriebene Vertrag gilt als Ihr Angebot an uns. Durch unsere Gegenzeichnung nehmen wir dieses Angebot an, und durch das Einstellen in den geschützten Kundenbereich inkl. E-Mail-Benachrichtigung lassen wir Ihnen die Vertragsannahme zugehen. Damit ist der Vertrag wirksam geschlossen und für beide Seiten bindend.

Ein zweites Original hätte also keine Auswirkungen auf die Rechtswirksamkeit, sondern diente nur zur Dokumentation. Sie können das von uns in Ihren geschützten Onlinebereich eingestellte Dokument einsehen und herunterladen bzw. drucken.

Kann ich selbstständig Änderungen im Darlehensvertrag vornehmen?

Bitte nehmen Sie keine Änderungen im ausgedruckten Vertrag vor. Handschriftlich ergänzte bzw. veränderte Verträge werden zurückgewiesen.

Kann ich den bereits eingetragenen Darlehensbetrag ändern?

Grundsätzlich ist eine nachträgliche Änderung des Darlehensbetrags nicht möglich. Bitte nehmen Sie direkt Kontakt mit uns auf.

Kann der von mir angegebene Darlehensbetrag von dem Darlehensnehmer geändert werden?

Nein, der Darlehensnehmer kann den von Ihnen angegebenen Darlehensbetrag nicht von sich aus ändern.

Ist das Investitionsvolumen begrenzt und was passiert bei einer Überzeichnung?

Das jeweilige Investitionsvolumen entnehmen Sie bitte der einzelnen Projektseite. Bei Überzeichnung behält sich der jeweilige Darlehensnehmer vor, die überschüssigen Zeichnungsanträge abzulehnen.

Fragen & Antworten zu Windenergieanlagen

In der Nähe meines Wohnortes stehen Windenergieanlagen. Manchmal beobachte ich, dass sie sich nicht drehen, obwohl es windig ist. Wie kommt das?

Die Windgeschwindigkeit schwankt schon auf wenigen Metern sehr stark. Deswegen ist die eigene Wahrnehmung nicht immer vergleichbar mit den Windbedingungen am Standort der Anlage. Eine WEA benötigt möglichst stetige Windverhältnisse: je höher man sie baut, desto weniger Turbulenzen gibt es. Darüber hinaus gibt es weitere Gründe, warum eine WEA stillstehen kann:

  • Abschaltung aufgrund zu hoher Stromeinspeisung bzw. zu geringer Stromnachfrage.
  • Schattenwurfabschaltung: Überschreitet eine WEA zulässige Grenzwerte bzgl. des tatsächlichen Schattenwurfs, schaltet sie sich automatisch ab.
  • Vereisung: Nebel, Eisregen oder Schnee können bei Temperaturen unter 0°C zu Eisansatz führen. Diesen erkennt die WEA und geht automatisch außer Betrieb.
  • Zu wenig Wind: Die Rotoren der WEA drehen sich erst ab einer Windgeschwindigkeit von 2,5 m/s (Windstärke 2).
  • Zu viel Wind: Bei zu hoher Windgeschwindigkeit (ab ca. 28 m/s – Windstärke 10) wird die Belastung für die WEA zu groß. Dann dreht sich die Anlage „aus dem Wind“ und schaltet automatisch ab.
  • Wartungsarbeiten: Die unterschiedlichen Bauteile einer WEA werden in unterschiedlichen Zyklen regelmäßig vom Hersteller gewartet. Während dieser Zeit bleibt die Anlage außer Betrieb.
  • Reparaturarbeiten: Durch die Vielzahl und die Komplexität gerade der elektronischen Bauteile können kleine Fehler auftreten, durch die eine WEA „außer Betrieb geht“. Diese werden entweder über die Leitwarte des Herstellers per Fernzugriff oder durch einen Monteur vor Ort behoben.

Wie groß ist der Schattenwurf einer Windenergieanlage?

Die WEA verursacht durch ihre Rotordrehung einen periodisch auftretenden, beweglichen Schattenwurf, der als Immission gemäß §3 Abs. 2 BImSchG zu werten ist. Der Schattenwurf ist abhängig vom Sonnenstand, den Wetterbedingung und der Stellung des Rotors (und damit der Windrichtung). Die WEA wird außer Betrieb gesetzt, wenn das reale jährliche (30 Stunden pro Jahr bzw. tatsächliche Schattenwurfdauer pro Immissionspunkt 8 Std./Jahr) oder tägliche Schattenkontingent (30 Minuten pro Tag) je Immissionspunkt ausgeschöpft ist.

Wie hoch sind die Schallemissionen einer Windenergieanlage?

Beim Bau einer WEA müssen im Rahmen eines Genehmigungsverfahrens umfassende baurechtliche Vorschriften eingehalten werden. Grundlage zur Prüfung der Schallemissionen ist die "Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm" (TA Lärm), in der jeweils konkrete Vorgaben für Geräuschpegel festgelegt sind und nicht überschritten werden dürfen. Im Außenbereich darf bei Wohngebäuden nachts die Belastung nicht größer als 45 dB(A) sein. Dies entspricht ungefähr dem Geräuschpegel in einem ruhigen Büro. Der einzuhaltende Grenzwert richtet sich nach dem Charakter des umliegenden Gebietes. In reinen Wohngebieten darf die Belastung bspw. nicht höher als 35 dB(A) sein. Andernfalls wird die WEA nachts schallreduziert, d.h. mit geringerer Leistung betrieben.

Wie viele Stunden ist eine WEA am Tag in Betrieb?

Es lässt sich nicht genau sagen, wie viele Stunden eine WEA durchschnittlich in Betrieb ist. Eine WEA produziert in der Regel Strom bei einer Windgeschwindigkeit zwischen 2,5 und 25 m/s. Stillstandzeiten kann es aufgrund von Wartungsarbeiten oder eines Defektes geben. An dem Standort kann man von ca. 2.000 Volllaststunden ausgehen. Diese Zahl bedeutet, dass jede WEA den erwarteten Jahresertrag in 2.000 Stunden erbringen könnte, wenn sie die komplette Zeit mit maximaler Leistung läuft und die restliche Zeit des Jahres still steht.

Ist der Vogel- und Fledermausschutz gewährleistet?

Die Belange des Artenschutzes wurden selbstverständlich im Rahmen der Genehmigungsverfahren einer WEA berücksichtigt. Die Gefährdung einzelner Vögel oder Fledermäuse kann aber nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Vergleichbar mit Straßen oder Hochspannungsleitungen kann auch bei einer WEA kein hundertprozentiger Schutz garantiert werden. Das Vorkommen von Vögeln und Fledermäusen wurde im Vorfeld der Genehmigungsverfahren ausgiebig untersucht, was zu entsprechenden Monitoringmaßnahmen führt.

Wie hoch ist die Lebensdauer einer WEA?

Die Lebensdauer einer WEA ist mit 25 Jahren angesetzt. Die meisten Bauteile halten aber länger. Nach der Betriebszeit werden die Anlagen abgebaut und entsorgt und die Grundstücke in den ursprünglichen Zustand wieder hergestellt.

Was passiert bei unvorhergesehen Beschädigungen der Windenergieanlage durch Blitzeinschlag oder Feuer?

Derartige Schäden sind im Rahmen der für diese Anlage abgeschlossenen Maschinenversicherung abgesichert. Der Ausfallschaden wird von der Maschinen-Betriebsunterbrechungs-Versicherung erstattet.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) war und ist Motor und entscheidender Treiber für den Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland. Es trat im April 2000 in Kraft und folgte auf das Stromeinspeisegesetz, das ab 1991 erstmals die systematische Förderung von regenerativ erzeugtem Strom festlegte. Seit seinem Bestehen wurde das EEG mehrfach novelliert, um es an die aktuellen Entwicklungen anzupassen.

 

Das neue Erneuerbare Energien Gesetz (EEG 2014) ist zum 1. August 2014 in Kraft getreten. Ziel des neuen EEG ist es, den Ausbau der erneuerbaren Energien voranzubringen und dabei gleichzeitig die Bezahlbarkeit der Energiewende für die Bürger sowie die Wirtschaft sicherzustellen und die Belastungen für das Gesamtsystem zu begrenzen. Mit dem EEG 2014 hat die Bundesregierung somit die Umstellung des Fördersystems für Erneuerbare Energien in Deutschland mittels Gesetz beschlossen. Ab 2017 werden die Förderhöhen aller Erneuerbaren Energien in wettbewerblichen Ausschreibungen ermittelt.

Energie- und CO2-Bilanz einer WEA

Windkraftanlagen bestehen aus vielen unterschiedlichen Komponenten. Sie sind komplexe und technologisch anspruchsvolle Produkte, deren Herstellung aufwändig ist. Um zu bewerten, ob der Einsatz von Windkraftanlagen aus energetischer Sicht sinnvoll ist, wird der Parameter „energetische Amortisationszeit“ angewandt. Das ist der Zeitraum, den eine Anlage an Land in Betrieb sein muss, um die Energie wieder hereinzubekommen, die für ihre Rohstoffe, ihre Herstellung, den Transport, den Bau und während ihrer der gesamten Lebensdauer für ihren Betrieb inkl. Reparaturen sowie ihr Recycling aufgewendet wurde.

 

Die energetische Effizienz moderner Windmühlen bestätigen mehrere Studien unabhängiger Forschungseinrichtungen, so z. B. des Instituts für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung der Universität Stuttgart. Demnach beträgt die energetische Amortisation (Energierücklaufzeit) einer Windturbine an Land zwischen drei Monaten und einem Jahr. Eine Windenergieanlage erzeugt gut 40 bis 70 Mal so viel Energie, wie für ihre Herstellung, Nutzung und Entsorgung eingesetzt wird.

 

Bei einer durchschnittlichen Laufzeit von 20 Jahren ergibt sich somit eine überaus positive ökologische Bilanz, die konventionelle Kraftwerke durch das erforderliche ständige Hinzufügen von fossilen Energieträgern niemals erreichen können. Eine 3,3-MW-Windenergieanlage erzeugt in diesem Zeitraum über 150 Mio. Kilowattstunden sauberen Strom. Dies führt zur Einsparung von über 110.000 CO²-Emissionen.

 

CO2-Bilanz:

Im Vergleich zu fossilen Energieträgern weist die Windenergie eine deutlich bessere CO2-Bilanz / Klimabilanz auf. Nach der energetischen Amortisationszeit (siehe „Energiebilanz einer WEA“) produzieren Windenergieanlagen bilanziell CO2-neutralen Strom, setzen also kein zusätzliches Kohlendioxid als Treibhausgas in die Atmosphäre frei. Laut dem Bundesverband Windenergie (BWE) beträgt der CO2-Ausstoß moderner Windräder über die gesamte Lebensdauer von 20 Jahren lediglich 24 Gramm pro Kilowattstunde. Das bedeutet, dass Strom aus Windenergie eine sehr gute CO2-Bilanz hat. Zum Vergleich: Die Verstromung von Braunkohle verursacht durchschnittlich etwa 1.000, Steinkohle 810 und Erdgas 377 Gramm pro Kilowattstunde.

Derzeit führt die schwankende Einspeisung von Windstrom dazu, dass Reservekraftwerke (z.B. Kohle oder Gas) vorgehalten werden müssen. Dadurch verschlechtert sich die Klimabilanz von fluktuierenden Energieträgern. Allerdings wird zukünftig unter anderem durch die Speicherung von Strom, den Netzausbau oder ein intelligentes Lastmanagement der Bedarf an Reserven immer weiter reduziert. (Quelle: BWE 2012)

Schallentwicklung von WEA

Bei einer Windenergieanlage gibt es zwei Schallquellen: zum einen die mechanischen Bauteile wie Getriebe und Generator, zum anderen entsteht durch die Bewegung des Rotors aerodynamischer Schall. Beim Bau von Windenergieanlagen müssen im Rahmen des Genehmigungsverfahrens umfassende baurechtliche Vorschriften eingehalten werden. Ein wichtiger Abschnitt bei der Genehmigung von WEA findet bereits in der Planungsphase statt, denn zu diesem Zeitpunkt werden die zu erwartenden Schallemissionen überprüft.

Grundlage hierfür ist die „Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm“ (TA-Lärm). Darin sind konkrete Vorgaben für Geräuschpegel festgelegt, die in Wohn-, Misch- oder Gewerbegebieten nicht überschritten werden dürfen. Nach ihnen richtet sich der Abstand zur nächsten Wohnbebauung. Für eine Genehmigung ist die Einhaltung dieser Werte durch ein Gutachten nachzuweisen.

Grundsätzlich produzieren moderne Windenergieanlagen weit weniger Lärm als ihre Vorgänger aus der Pionierzeit der Windenergie; sie sind besser schallgedämmt und besitzen schalltechnisch optimierte Rotorblattformen. In wenigen Hundert Metern Entfernung ist der schwirrende Klang des Rotors akustisch kaum noch wahrzunehmen. Zudem überlagern Umgebungsgeräusche – rauschende Bäume und Büsche, Straßenlärm und andere Alltagsgeräusche – die Geräuschentwicklung von Windenergieanlagen erheblich. Besucher von Windparks sind häufig überrascht, wie leise die Anlagen wirklich sind. Hierzu ein Vergleich: Befindet man sich mit 200 Metern Abstand neben einer modernen Windenergieanlage, beträgt die ausgehende Schallbelastung ca. 45 dB(A). In einem fahrenden Auto ist man bei 100 km/h hingegen 100 dB(A) ausgesetzt.
(Quelle: BWE 2012)

Genehmigung von WEA

Windenergieanlagen wachsen nicht willkürlich aus dem Boden. Die Genehmigungsverfahren und deren Umfang sind abhängig von der Anzahl der zu errichtenden Windenergieanlagen. Kommunen und die Träger der Regionalplanung können die Genehmigung von Anlagen durch die Ausweisung geeigneter Flächen, sogenannter Vorrangflächen oder Eignungsgebiete, in Regionalplänen, Flächennutzungs- und Bebauungsplänen räumlich steuern. Zudem existieren reine Ausschlussgebiete -Naturschutzgebiete oder Gebiete von besonderer kultureller und historischer Wertigkeit-, in denen keine Anlagen aufgestellt und betrieben werden dürfen. Bereits zu Beginn der Planungsphase werden die "Träger öffentlicher Belange" (Behörden, kommunale Verbände und Vereine) aktiv ins Planungsverfahren eingebunden.

Die Ausweisung einer Windkonzentrationszone allein berechtigt noch nicht zum Bau von Windenergieanlagen. Die Errichtung einer Anlage muss immissionsschutzrechtlich genehmigt werden. Moderne Anlagen mit einer Gesamthöhe von mehr als 50 Metern werden einer anspruchsvollen Prüfung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) unterzogen. Dabei werden die örtlichen Bedingungen wie Wohnbebauung, Landschaft und Tierwelt untersucht und berücksichtigt. Die Einhaltung notwendiger Abstände zum Schutz vor zum Beispiel Schallemissionen (Lärm) und Schattenwurf ist ebenfalls fester Bestandteil der Prüfung. Erforderliche Genehmigungen nach dem BlmSchG enthalten in der Regel unter anderem Auflagen zu Ausgleichsmaßnahmen für die Beeinträchtigung von Artenschutz, Natur und Landschaft. Danach hat der Windparkbetreiber mit der Durchführung der Baumaßnahme eine Ausgleichszahlung oder Maßnahmen wie beispielsweise die Bereitstellung von Naturschutzflächen nach dem jeweiligen Landesnaturschutzgesetz durchzuführen. Darüber entscheiden in Baden-Württemberg die Gehnehmigungsbehörden, die bei den Kreisen und kreisfreien Städten angegliedert sind.

Leistung einer WEA

Moderne Windturbinen arbeiten mit mäßigen Drehzahlen und dabei äußerst effektiv. Neueste Anlagen haben eine Spitzenleistung von rund 6 MW und mehr. Die Lernkurve der Windenergie ist erstaunlich: In den Neunzigerjahren hatte eine typische Windenergieanlage eine Nabenhöhe von max. 50 Meter und ihre Leistung lag bei rund 250 Kilowatt. In den letzten Jahren wurden Anlagen installiert, die dreimal so hoch waren und über das Zehnfache an Leistung erbringen können.

Eine einzige 5-MW-Anlage produziert je nach Standort ungefähr 15 Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr. Damit kann sie pro Jahr ca. 4.500 Haushalte versorgen oder in 20 Betriebsjahren umgerechnet mehr als 220.000 Tonnen Kohlendioxid aus Braunkohlekraftwerken ersetzen. Die größten Windturbinen haben mittlerweile Nennleistungen von bis zu 7,5 Megawattt. Sie produzieren jährlich bis zu 20 Millionen Kilowattstunden Strom. Somit kann ein Windpark bereits heute eine ganze Kleinstadt mit Strom versorgen. Diese Anlagengrößen sind allerdings vorrangig für Küstenstandorte mit sehr hohen Windgeschwindigkeiten konzipiert.

Eine typische Binnenlandanlage unserer Region, mit 3 - 3,5 MW Leistung, speist im Durchschnitt 8.000.000 kWh pro Jahr ein. Ein 3-Personen Haushalt in Deutschland verbraucht ca. 3.500 kWh pro Jahr, sodass eine einzige Windenergieanlage 2.285 Haushalte und damit mehr als 6.800 Personen versorgen kann.

Ende 2016 gab es deutschlandweit über 27.000 Windenergieanlagen an Land, die zusammen auf eine installierte Gesamtleistung von rund 46 000 MW kommen. Die Betriebszeit einer Windenergieanlage liegt zwischen 7.000 und 8.000 Stunden im Jahr. Auf die 8.760 Gesamtstunden eines Jahres bezogen, entspricht dies einer durchschnittlichen Laufzeit bzw. Auslastung von circa 85 Prozent. Allerdings drehen sich die Rotoren nicht immer mit maximaler Leistung (= Nennleistung). Die Windstromproduktion beginnt schon bei circa 2,5 Metern Windgeschwindigkeit je Sekunde und wird dank modernster Regeltechnik erst bei starkem Sturm langsam und netzverträglich herab geregelt. Auch bei wenig Wind wir also Strom in das örtliche Netz eingespeist.
(Quelle: BWE 2012)

Schattenwurf und Diskoeffekt von WEA

Abhängig von Wetterbedingungen, Windrichtung, Sonnenstand und Betrieb kann eine Windenergieanlage mit ihren rotierenden Flügeln einen bewegten Schatten werfen. Bei den Berechnungen des Schattenwurfs wird unterschieden zwischen der theoretisch maximal möglichen Einwirkzeit – wobei stets Sonnenschein, eine ungünstige Windrichtung und ein drehender Rotor vorausgesetzt werden – und der realen Einwirkzeit unter örtlich normalen Wetterbedingungen. Die Schattenwürfe der Rotorblätter können für Betroffene unangenehm sein, wenn diese zum Beispiel ständig auf die Fenster eines Wohnhauses treffen.

Um Anwohner zu schützen wurde die Schattenwurfdauer gesetzlich geregelt und darf nach Windenergieerlass 30 Minuten täglich und 30 Stunden im Jahr nicht überschreiten. Bei Überschreitungen sind die Windenergieanlagen mit einem speziellen Sensor auszustatten und durch eine Abschaltautomatik anzuhalten.

Diskoeffekt:
Im Gegensatz zum Schattenwurf spielt der sogenannte „Diskoeffekt“ – Lichtreflexe an den Rotorblättern – heute keine Rolle mehr, denn schon lange werden die Rotorflächen mit matten, nicht reflektierenden Farben gestrichen.

Rückbau von WEA

Die gewöhnliche Betriebsdauer von Windenergieanlagen ist grundsätzlich ausgelegt auf 25 Jahre, ggf. kann jedoch bei Vorlage eines Standsicherheitsnachweises auch verlängert werden. Ihrem Bau und der Inbetriebnahme geht ein mehrstufiges Genehmigungsverfahren voraus, das gemäß Baugesetzbuch auch die Verpflichtung beinhaltet, die Anlagen nach Betriebsende vollständig zurückzubauen und den Standort wieder in den ursprünglichen Zustand zu versetzen. Als Sicherheitsleistung trägt der Betreiber zumeist eine Baulast ein oder stellt eine Rückbaubürgschaft gegenüber dem Grundstückseigentümer in Form einer Bankbürgschaft zur Verfügung. Nach endgültiger Stilllegung einer Windenergieanlage bleiben somit keinesfalls Bauruinen oder eine zerstörte Landschaft zurück.

Die Bestandteile der Anlagen können fast vollständig recycelt werden. Dabei fallen vor allem Stahl und Beton an. Hinzu kommen glasfaser- und kohlenstofffaserverstärkte Kunststoffe sowie in geringem Maße auch Kupfer oder Aluminium. Die Stahlsegmente des Turms werden in Stahlwerken wieder aufbereitet. Der Beton des Fundaments und des Turms kann wiederaufbereitet im Straßenbau genutzt werden. Die Rotorblätter werden in zum Teil spezialisierten Recyclinghöfen zerkleinert. Die Glasfaseranteile werden als Ersatzbrennstoff in der Zementindustrie verbraucht. Wenn Windenergieanlagen vor ihrer maximalen technischen Nutzungsdauer abgebaut und durch neue, leistungsstärkere Anlage ersetzt werden, können sie weitervermarktet und an anderer Stelle, zum Beispiel im Ausland, wieder aufgebaut werden.

Kurz gesagt: Nach dem Abbau einer Windenergieanlage können je nach Anlagentyp 80-90 Prozent aller Teile recycelt werden, also in anderer Form wiederverwertet werden.

(Quelle: Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie 2013)